Diese Studie untersucht anhand des GeWiss-Korpus die Verwendung des Konnektors das heißt in mündlichen Prüfungen durch L1- und L2-Prüflinge. Die Analyse zeigt, dass das heißt verschiedene Verwendungsmerkmale aufweist, die eng mit den Anforderungen mündlicher Prüfungen verknüpft sind. Der Konnektor dient vor allem der Einleitung von Erläuterungen, die auf Selbstreflexion beruhen und eine präzise Wissensdarstellung ermöglichen. Er kann jedoch auch zur Sicherung des Rederechts und zur Kompensation von Unsicherheiten beitragen. Auffällig ist, dass das heißt bei L2-Prüflingen vermehrt in anakoluthischer Form auftritt und ihre Beiträge häufiger von Prüfenden reformuliert werden. Dies weist auf sprachliche Defizite und Unsicherheiten der L2-Prüflinge hin. Diese Ergebnisse legen nahe, dass Prüfende ihre Gesprächsführung an die Sprachkompetenz der Prüflinge anpassen und eine zentrale Rolle bei der Verständnissicherung übernehmen. Die Notwendigkeit wird deutlich, sprachliche Mittel und Praktiken der Wissenschaftskommunikation gezielt und praxisnah zu vermitteln, besonders für L2-Sprechende.
Schlusselworter: mündliche Prüfungen; Reformulierungen; das heißt; L1- und L2-Prüflinge
This study examines the use of the connector das heißt in oral examinations by L1 and L2 candidates, based on data from the GeWiss corpus. The analysis shows that das heißt exhibits various usage patterns tied to the communicative demands of oral examinations. The connector serves primarily to introduce explanations grounded in self-reflection and aimed at the precise presentation of knowledge. However, it may help speakers maintain their turn and mitigate communicative uncertainty. Notably, das heißt occurs more frequently in anacoluthic statements on the part of L2 candidates, and examiners reformulate their responses more often. This points to linguistic challenges and uncertainties on the part of L2 speakers. The findings suggest that examiners adapt their interactional strategies to the candidates’ language proficiency and assume a central role in ensuring mutual understanding. The results also highlight the need to teach linguistic resources and discourse strategies for academic communication systematically and practically, particularly for L2 speakers.
Keywords: oral examinations; reformulations; das heißt; L1 and L2 candidates
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.2198-2430.2026.01.04 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 2198-2430 |
| Ausgabe / Jahr: | 1 / 2026 |
| Veröffentlicht: | 2026-03-11 |
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