| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.2198-2430.1970.03 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 2198-2430 |
| Ausgabe / Jahr: | 3 / 1970 |
| Veröffentlicht: | 1970-06-01 |
1. ber die Beziehung von Sprache und Denken bei der Schaffung des entwickelten gesellschaftlichen Systems des Sozialismus
Die Geschichte der Erkenntnistheorie beweist, da die Untersuchungen im Erkenntnisproze stets eine besondere Rolle gespielt haben. Schon in der griechischen Philosophie wurde erkannt, da der Gedanke, das menschliche Bewutsein in einem korrelativen Verhltnis von Denken und Sprache aufgefat werden mu. Jede Analyse des Denk- bzw. des Erkenntnisprozesses schliet daher zugleich auch eine Analyse jener sprachlichen Prozesse ein, ohne die das Denken einfach unmglich ist.
Die Arbeit mit Sprachmustern kann nicht isoliert von den brigen bungsformen im Sprachunterricht erfolgen. Es ist deshalb notwendig, unser Thema zu erweitern und die Darstellung der Arbeit mit Sprachmustern einzubetten in die Darstellung eines allgemeinen bungsprogramms fr Fortgeschrittene.
Im Programm dieser Tagung der Deutschlehrer widerspiegelt sich das vielseitige Bemhen um eine rationelle und effektive Gestaltung des Sprachunterrichts. Es geht um eine enge Verflechtung von Sprachwissenschaft, Methodik und Technik, um die Umsetzung theoretischer Erkenntnisse in die Unterrichtspraxis, um Experimente und Analysen des Unterrichtsvorgangs, deren Ergebnisse und Auswirkungen neue berlegungen nach sich ziehen. Fr uns als Sprachlehrer bedarf es keiner nheren Erluterung und Begrndung, da die genannten Apsekte das bungsgeschehen ins Zentrum der Diskussion gerckt haben. Das spiegelt sich auch in den Themen der Plenarvortrge zur Methodik wider, in denen so offenkundig die bungsproblematik dominiert.
1. Gesprochene Sprache und moderner Fremdsprachenunterricht
Der Konversationsunterricht nimmt heute das wird allgemein anerkannt eine zentrale Stellung im Fremdsprachenunterricht ein. Ziel des Unterrichts ist vor allem die Entwicklung des mndlichen Ausdrucksvermgens in der Fremdsprache. Ursachen und Grnde fr die Orientierung auf die mndliche Beherrschung der Fremdsprache sind u. a. der sich immer strker entwickelnde Tourismus und die immer enger werdende wissenschaftliche Zusammenarbeit.
Die Diskussion ber die Textgestaltung setzt eine Verstndigung ber die Bedeutung des Lehrbuchs und der Texte in einer modernen Ausbildung fr das Fach Deutsch als Fremdsprache voraus. Das Lehrbuch bleibt das wichtigste Lehrmittel. Es mu entsprechend der Spezifik jeder Ausbildung gestaltet sein und wird daher durch drei Grundvoraussetzungen bestimmt.
1. Zur Zielstellung
Ziel, Inhalt und Methode sind drei miteinander verbundene Seiten des pdagogischen Prozesses, wobei dem Ziel eine vorrangige Bedeutung zukommt.
Der Fremdsprachenunterricht hat auf der Anfangsstufe die Aufgabe, die Grundlage fr das phonematische Hren in der Fremdsprache zu schaffen, das seinerseits die Grundlage fr die Entwicklung aller anderen Sprachfertigkeiten in der Fremdsprache ist.
Einleitend wurde die Bedeutung des verstehenden Hrens fr die Entwicklung der Sprechfertigkeit (Lautbildung, Rhythmus, Intonation) wie auch fr die Aufnahme von Information ber den akustischen Kanal hervorgehoben.
1. Immer mehr setzt sich im Fremdsprachenunterricht die Auffassung durch, da das stille Lesen von Anfang an systematisch gebt werden mu, denn die Entwicklung der Sprechfertigkeiten fhrt nicht automatisch im Sinne eines positiven transfer zur Lesefhigkeit. DIe heute im Fremdsprachenunterricht erzielten Leseleistungen entsprechen nicht den Anforderungen unserer Zeit.
Einleitend wurden kurz die linguistischen und lernpsychologischen Grundlagen der Patternpraxis dargestellt: Strukturalismus und Sprachlernproze als Erwerb von Fertigkeiten auf der Basis der Steuerung korrekter Assoziationen. Es wurde dann der Begriff des patterns gefat und, Lado folgend, ein berblick ber die verschiedenen Typen der patterns im Deutschunterricht fr Auslnder gegeben. Anhand von Beispielen aus Lehrbchern fr Anfnger und Fortgeschrittene wurde die praktische Arbeit mit bungen (auch Tonbandbungen) auf der Grundlage von patterns dargestellt.
1. Bewutheit und initiativ-automatischer Spracherwerb schlieen einander nicht aus, sondern bedingen und ergnzen sich gegenseitig. Beide bilden eine methodische Einheit, in der sinnliche und rationale Erkenntnis gewahrt bleiben. Eine moderne Sprachmethode mu beiden Faktoren Rechnung tragen.
In der Literatur zur Fremdsprachenmethodik sind ber die Bedeutung des visuellen Elements recht unterschiedliche Aussagen getroffen worden. Oft wird das Visuelle noch als schmckendes Beiwerk aufgefat. Es gibt aber auch Meinungen, Visuelles habe nur fr den Anfangsunterricht Bedeutung und nicht fr die fortgeschrittene Stufe der Spracherlernung.
1. Zahlreiche Publikationen ber das Sprachlabor und ber Lehrmaterialien fr das Sprachlabor lassen deutlich erkennen, da die Experimentierphase durch eine Phase des wissenschaftlichen Herangehens an die Probleme der Sprachlaborarbeit abgelst worden ist. Das Sprachlabor hat sich als Hilfsinstrument einen festen Platz in der Fremdsprachenausbildung erobert. Es kann jedoch keine Rede mehr davon sein, da es den Fremdsprachenlehrer verdrngt oder gar ersetzt.
1. Mit den Texten in den Fremdsprachenlehrbchern werden zumeist zu unterschiedliche Ziele angestrebt (Einfhrung und bung grammatischer Strukturen, Vermittlung und Festigung neuer Lexik, Entwicklung der Sprech- und Lesefertigkeiten). Solche Mehrzwecktexte sind nicht geeignet, die unterschiedlichen Zielfhigkeiten systematisch entwickeln zu helfen. Keine Sprachfhigkeit kann ohne spezielles Lernmaterial und ohne spezielle bungen herausgebildet werden.
1. Die Auswahl grammatischer Strukturen und ihre Zusammenstellung zu einem grammatischen Minimum mu planmig gestaltet geschehen und von neuesten linguistischen und lerntheoretischen Erkenntnissen bestimmt sein.
1. Das Sprachtonband zur Festigung morphologisch-syntaktischer Strukturen mu methodisch aufbereitet, d. h. stoff- und funktionsgebunden sein und sich harmonisch in den gesamten Unterrichtsproze einfgen.
1. Die Entwicklung von Fhigkeiten und Fertigkeiten in der mndlichen Sprachausbung (Hren und Sprechen) kann durch die sinnvolle unterrichtsmethodische Nutzung eines Sprachlabors bungsintensiver gestaltet und damit wesentlich untersttzt werden.
Grundlage der Diskussionen in der Arbeitsgruppe waren die vorgefhrten Lektionen des Fernsehkurses und die Ausfhrungen ber den Kurs in Deutsch als Fremdsprache (3/1969, S. 251256), die in einer Zusammenfassung der wichtigsten Gesichtspunkte fr die Gestaltung des Kurses vorgetragen wurden. An der Diskussion nahmen Dr. Hanzl, der Leiter der Fernsehakademie, zwei Mitarbeiter der Redaktion Fremdsprachen des Deutschen Fernsehfunks und die Textautorinnen M. Schult und E. Prokopowa teil.
Seit vielen Jahren wird das Problem der Intensivierung des Sprachunterrichts in den methodischen Diskussionen errtert. Vielfach wurde versucht, die Frage in der Praxis zu lsen, ohne sich auf eine Theorie zu sttzen: Man erhhte die Zahl der Unterrichtsstunden und glaubte, damit die ungengende Intensivierung des Sprachmaterials ausgleichen zu knnen. Wir bezeichnen diese Methode mit Aleksander Szulc als extensiv.
1. Die wissenschaftlich-technische Revolution beeinflut alle Gebiete unseres Lebens. Dies findet seinen Niederschlag auch in unserer Sprache. Vor allem gewinnen die sogenannten Fachsprachen stndig an Bedeutung; aber auch die Gemeinsprache wird zunehmend von Wortgut durchsetzt, das durch Wissenschaft und Technik geprgt worden ist.
1. Wer eine fremde Sprache ausschlielich auf der Grundlage von Texten aus der schnen Literatur und von Beispielen fr die Alltagsrede erlernt hat, findet sich in der Lektre wissenschaftlicher Prosa nur schwer zurecht. Die Hauptquelle der Schwierigkeiten ist dabei im Wortschatz gegeben. Durch ihn wird in erster Linie ein gegebener Text als Fachtext charakterisiert.
1. Auch fortgeschrittenen Auslndern unterlaufen noch zahlreiche Fehler im Gebrauch der Umgebungen deutscher Verben, die mit den herkmmlichen Begriffen der Transitivitt oder Intransitivitt von Verben nicht hinreichend beschrieben werden knnen.
1. Das Ziel des Vortrages bestand darin, linguistische Grundlagen fr die Arbeit mit Synonymen zu schaffen. Daneben wurden einige praktisch-methodische Hinweise fr die Unterrichtsarbeit (Vermittlung und bung) gegeben.
Das Ziel des Vortrages war es, die in der phonologischen Komponente einer generativ gefaten Gesamtgrammatik vorkommenden Regeln anhand eines Beispiels in ihrem Aufbau, ihrer Ordnung und ihrer Funktion dazustellen.
Die Diskussionsgrundlage versuchte, die Entwicklung der DDR-Epik seit etwa 1960 in den Hauptzgen darzulegen. Den Ausgangspunkt fr die Betrachtung bildete eine Gruppe epischer Werke, die an der Wende von den 50er zu den 60er Jahren entstanden sind, eine weite Verbreitung innerhalb der sozialistischen Literaturgesellschaft fanden, rege diskutiert wurde und auch international Aufmerksamkeit und Geltung erlangten.
Anhand bedeutender Werke der sozialistischen Dramatik der DDR, geschrieben fr Theater und Fernsehen, wurden einige wesentliche Entwicklungstendenzen in dieser Gattung dargestellt.
Zu Beginn der Veranstaltung wurden zunchst einige zentrale theoretische Prinzipien herausgestellt und erlutert, die dem literarischen, also auch dem lyrischen Schaffen in der DDR zugrunde liegen und die Gehalt, Gestalt und Funktion dieser Literatur allgemein bestimmen.
Intensivkurse fr Erwachsene werden in Ungarn von der Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse seit 1967 durchgefhrt. Wenn auch solche Intensivkurse nicht das wichtigste Gebiet innerhalb des Sprachunterrichts sind, so kann man dennoch hieraus wichtige Hinweise und Verallgemeinerungen fr den gesamten Sprachunterricht ableiten. Dies betrifft sowohl die Lehrmaterialien als auch die Methodik.
Der Ausgangspunkt unserer berlegungen ist die berzeugung, da einem exakten Lehrmaterial des Fremdsprachenunterrichts die generative Grammatik zugrunde liegen sollte. Dabei mchten wir betonen, da nicht nur die Transformationsgrammatik von N. Chomsky generativ ist.
In der Fremdsprachenmethodik wird ber die Frage des bersetzens viel diskutiert. Die Mehrheit der Meinungen lehnt bersetzungsbungen streng ab. Es gibt auch Ansichten, nach denen die bersetzungsaufgaben (aus der Muttersprache in die Fremdsprache) aus den bungstypen des modernen Fremdsprachenunterrichts berhaupt ausgeschlossen werden mten. Die neuesten Meinungen sind nicht mehr so streng und einseitig.
Das Jahr 1969 war das erste Entfaltungsjahr des IDV. In diesem Jahr fand die erste ordentliche Vertreterversammlung statt, und der IDV konnte das erste Mal eine groe Veranstaltung, die 2. Internationale Deutschlehrertagung als Verband durchfhren. Leider wurde die laufende Arbeit durch zweimaligen Wechsel des Generalsekretrs stark gehemmt.
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