Das Phänomen der begrenzten arealen Gültigkeit zahlreicher deutscher Phraseologismen hat in der germanistischen Phraseologieforschung bisher kaum Beachtung gefunden. Zwar finden sich einzelne Ansätze zur Erstellung eines Inventars der gegenwärtig allgemein bekannten Idiome des Deutschen, vgl. dre "Pilotstudie" (in Dobrovol'skij 1997: 263-288), die eine Liste von rund 850 intersubjektiv geläufigen Idiomen umfasst. Bei dieser Beurteilung der Geläufigkeit steht die zeitliche Dimension im Vordergrund: Ausgeschlossen werden veraltete Idiome wie in Sack und Asche gehen oder jmdm. einen Schur antun. Dass die räumliche Dimension (die diatopische Gliederung des Sprachraums) ein ebenso zentrales Problem der Phraseologieforschung darstellt, wurde bisher kaum bemerkt.
Die Einbeziehung der Arealität beschränkt sich fast ganz auf den Aspekt der "Plurizentrik" des Deutschen, d. h. auf die Frage nach dem Vorkommen von Phraseologismen in den nationalen Varietäten österreichisches Deutsch, Schweizerhochdeutsch und Binnendeutsch (zur Problematik des Terminus vgl. Ammon 1995). Die Markierung als "binnendeutsch" (oder als "Teutonismus") wird zumeist interpretiert als "im gesamten Sprachraum der Bundesrepublik Deutschland gültig", wobei nicht beachtet wird, dass vieles nur in begrenzten Regionen bekannt ist.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.2198-2430.2001.04.08 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 2198-2430 |
| Ausgabe / Jahr: | 4 / 2001 |
| Veröffentlicht: | 2001-12-01 |
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