Für den Ausländer bieten bekanntlich Funktionsverbgefüge vom Typ „zur Aufführung bringen/kommen“ erhebliche Schwierigkeiten, denen sich eine linguistische Beschreibung des Deutschen als Fremdsprache zu stellen hat. Diese Schwierigkeiten erwachsen nicht nur daraus, daß für andere Sprachen oft keine direkten Entsprechungen zur Verfügung stehen, sondern auch daraus, daß diese Erscheinungen im Deutschen noch nicht systematisch genug beschrieben sind, daß sie vielmehr erst relativ spät in das Gesichtsfeld syntaktischer und semantischer
Untersuchungen getreten sind. Bis etwa 1965 wurden die Funktionsverbgefüge fast ausschließlich der Stilkritik überlassen; sie wurden zumeist unter stilistischem Aspekt als negativ bewertet, als „Papieridiome“, als „Sprachbeulen“, als „Spielart der Hauptwörterkrankheit“, als „Hauptwörterseuche“ u. a. verworfen. Seit etwa 15 Jahren – 1963 ist der Terminus „Funktionsverben“ geprägt worden – sind die Funktionsverbgefüge in zunehmendem Maße zum Gegenstand linguistischer Untersuchungen gemacht und damit dem ungerechtfertigten sowie einseitig-voreiligen Zugriff des Stilkritikers entzogen worden. Man hat erkannt, daß sie in bestimmter Weise die Ausdrucksmöglichkeiten der deutschen Gegenwartssprache bereichern.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.2198-2430.1979.05.04 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 2198-2430 |
| Ausgabe / Jahr: | 5 / 1979 |
| Veröffentlicht: | 1979-09-01 |
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