Ein Schriftsteller führt ein Tagebuch, jeden Abend, bekennt er; damit weiß es die literarische Öffentlichkeit und darf sich einer Hoffnung hingeben: denn wir sind mit publizierten Tagebüchern nicht gesegnet und müßten schon bis zu Johannes R. Becher 1950 zurückgehen, um ein gewichtiges – allerdings für die Öffentlichkeit konzipiertes – erinnern zu können. Dabei wird Eigenartiges deutlich: Das Tagebuch steht im Zwielicht, weil der Autor – anders als bei allen seinen anderen Werken – nicht an einen Leser gedacht haben dürfte, geschweige denn an ein Publikum, und weil der Leser die „Echtheit“ eines Tagebuches mit dessen gewissermaßen Postumanität verknüpfen möchte.
| DOI: | https://doi.org/10.37307/j.2198-2430.1975.01.04 |
| Lizenz: | ESV-Lizenz |
| ISSN: | 2198-2430 |
| Ausgabe / Jahr: | 1 / 1975 |
| Veröffentlicht: | 1975-01-01 |
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